Trennung zwischen Kirche und Staat im Kanton Wallis (Einführung)

Die meisten Beispiele und Erläuterungen dieser Reihe beziehen sich auf das Oberwallis, jedoch ist die Situation im Unterwallis nicht wesentlich anders. Gewisse Zustände sind bekanntlich im ganzen Wallis an zu treffen. Die Textreihe bezieht sich auf verschiedene Recherchen, Gespräche, Interviews, Erlebnisberichten und eigenen Erfahrungen. Die Texte widerspiegeln die „durchschnittliche“ Situation im (Ober-) Wallis. Einige Ereignisse bzw. Beispiele sind in manchen Orten extremer, als in anderen. Jedoch kann allgemein zusammengefasst werden, dass die Trennung zwischen Kirche und Staat im Wallis, aufgrund des Beispieles (staatliche) Schule nicht gegeben ist.

Abgetrennt durch massive Bergwände und dem damit fehlenden Weitblick hat sich im Wallis die katholische Kirche über viele Jahrzehnte ein massives Imperium geschaffen. Hase und Fuchs sagen sich nicht mehr überall „gute Nacht“, jedoch lässt die (nicht existente) Trennung zwischen Kirche und Staat anderes vermuten. Der 2. grösste Arbeitgeber im oberen Kantonsteil, hat mit der Neat einen einfachen Anschluss an die „Üsserschwytz“ bzw. ins „Grüeziland“ geschaffen. Damit verbunden sind grössenwahnsinnige Einkaufszentrumsprojekte und anderer (kapitalistischer) Schwachsinn. Doch das zentrale Standbein des Wallis lässt sich nicht vom Fortschritt und von Veränderungen blenden. Die katholische Kirche treibt nach wie vor (unbehelligt) ihr Unwesen. Jede und Jeder halbwegs fortschrittliche „Walliserin“ und „Walliser“ kennt die (immer noch existente) Allmacht der Priester/Lehrer aus Erzählungen der Eltern, oder aus eigenen Erfahrungen. Viele meinen die Situation hat sich in den letzten Jahren geändert, doch dem ist nicht so. Stockschläge und Jugendliche mit Bibeln auf den ausgestreckten Armen im Kirchengang sind heute passé, dennoch übt die katholische Kirche nach wie vor erheblichen Einfluss auf das Schulwesen aus. Die autoritäre Vormachtstellung wird nicht mehr (hauptsächlich) durch Gewalt, sondern durch konsumbezogenen Methoden und Ausgrenzungen herbei geführt.

Der 1. Teil der Reihe wird nächste Woche aufgeschaltet.