Archiv für Juli 2009

Riots im Norden Irlands vor und nach loyalistischen Paraden!

The 12th. (der Zwölfte) des Julis ist in den 6 Countys Irlands immer ein spezieller Tag. Dieses Datum nützen loyalistische und unionistische Parteien, Organisationen und vor allem der Oranie Orden (welcher beiden Richtungen ein wohl behütetes Dach bietet) um ihre Überlegenheit in Form von provokativen Paraden zu demonstrieren. Im Gegensatz zu republikanischen (pro-irischen) Umzügen, genügt es den TeilnnehmerInnen nicht durch ihre eigenen Viertel zu marschieren. Nein, alljährlich werden republikanische Viertel und Enklaven für sich beansprucht. Obwohl sich eine Mehrheit der entsprechenden Bevölkerung gegen diese Aufmärsche äussert. Der 12. dient den Loyalisten als eine weitere Manifestation ihrer Überlegenheit. Gegen den Willen der republikanischen Bevölkerung wir durch deren Viertel marschiert. Die Umzüge haben in der Vergangenheit zu erheblichen Protesten innerhalb der betroffenen Viertel geführt. Die „schlimmsten“ Widerstände gab es (in der Geschichte des Karfreitagsabkommens) 2005, wo es zu grossen Riots kam und dabei 80 Polizisten verletzen wurden.

Dieses Jahr herrschte 3 Tage lang Alarmstuferot in den republikanischen Vierteln. Der „Zwölfte“ fand an einem Sonntag statt. Jedoch wurden mehrheitlich alle grossen Paraden auf den Montag verschoben. Dies hiess für die BewohnerInnen republikanischer Viertel 3 Tage lang die Augen und Ohren offen halten. Normalerweise kommt es am 11. und am 12. zu Übergriffen von loyalistischen Mobs auf republikanische Viertel bzw. Häuser. Dieses Jahr wurde dem sekretiererischen Mob noch ein Tag mehr gewährt. Dementsprechend war die Alarmbereitschaft in den betroffenen Vierteln um einiges höher.

Nicht überraschend gab es an den ersten Tagen auch einige Angriffe auf republikanische Viertel. Im Gegensatz zu den letzten Jahren haben die BewohnerInnen der Viertel militant reagiert und agiert. Im Vorfeld gab es zahlreiche Bombenwahrnungen in Derry, Belfast u.a. (Samstag) diese Wahrnungen haben den öffentlichen bzw. den Arbeits-Verkehr lahmgelegt. In Derry wurde die Hauptverbindungsbrücke für 24 Stunden gespert. Am Wochenende gab es zudem einen Angriff mittels Rohrbombe auf die Polizeistation in Strabane. Im County Fermanagh verübte eine IRA (im deutschen Medien gebrauch) Splittergruppe eine Strassenkontrolle. Im County Donegal gab es auf einer Marschroute Sprays mit Slogans wie: Brits out! Up the Ra und IRA. Am Montag gab es in Ardoyne (Belfast) Riots inkl. Schuss auf die Polizei (Schuss wurde von Augenzeugen bestätigt bzw. auch nicht gehört). Bei den Riots wurden mehrere Bullen verletzt. Die Polizei setzte die äusserst gefährlichen Gummigeschosse (diese haben in den 6 Countys schon 17 Tote verursacht) und Wasserwerfer ein. Zudem gab es kleine Riots in Derry und Armagh u.a. In Armagh gab eine kleine Explosion (kontrollierte Explosion durch die Bullen) inkl. Riots. In Armagh wurde zudem ein Volunteer der IRA (wiederum einer Splittergruppe) in voller Uniform bei den Barrikaden gesichtet, dieser beschützte/“behütete“ die Rioters mit einem AK-47.

Als Nachtrag empfehlen wir folgende Texte und noch den Tag davor vom peaceline Blog.

Armagh

Ardoyne 1

Ardoyne 2

Ardoyne 3

Medienmitteilung zur Sauvage in Visp

Folgende Medienmitteilung haben wir vor wenigen Stunden erhalten:

Medienmitteilung zur heutigen Sauvage/Platzkundgebung in Visp
Für alternative Freiräume im Oberwallis!

Der Jugend im Oberwallis wird nur wenig Platz geboten wird, um sich kulturell zu entfalten. Jugendlichen wird keine wirkliche Chance geboten sich kulturell, ohne staatliches Einmischen zu organisieren. Räumlichkeiten und Strukturen für eigene Projekte werden nicht angeboten. Im Gegenteil, mit horrenden Mietpachtzinsen und jugendfeindlichen Reglementen wird Eigeninitiative unterdrückt.

Gestern haben sich rund 60-70 Personen während zwei Stunden beim Bahnhof in Visp aufgehalten, um dort mit einer lautstarken Kundgebung auf die Forderung nach alternativen Freiräumen im Oberwallis aufmerksam zu machen.
Diese Platzbesetzung ist unsere Antwort auf diesen Missstand, aber auch ein Zeichen der Forderungen nach Freiräumen im Oberwallis wo sich ein jeder und jede frei nach ihren jeweiligen Interessen und Fähigkeiten, ohne Konsumzwang betätigen kann.
Der Anlass wurde von Künstlern verschiedener musikalischer Stilrichtungen untermalt. In Anbetracht der zahlreich erschienen Jugendlichen aus dem gesamten Oberwallis wird hier der grosse Wunsch nach alternativen Freiräumen deutlich. Während der Kundgebung wurden rund 1000 Flyer an die Passanten verteilt. Die Reaktionen waren positiv, viele befürworten das Vorhaben und äusserten sich solidarisch.

Dies war für uns eine klare Bestätigung, dass ein sehr starkes Bedürfnis nach alternativen, selbstverwalteten Freiräumen besteht!

Verein Kultur für Alle!