Filmtipp: Die Herbstzeitlosen

Prüde Kirchenstimmung und eine eher konservative Dorfgemeinschaft in der jeder jeden kennt. Insbesondere in vielen Walliser Berggemeinden treffen wir auf diese Situation. Die Herbstzeitlosen ist einer von wirklich wenigen guten Schweizer Filmen. Vier alte Damen verlieren in dieser langweiligen Umgebung zunehmends an Lebenslust, Martha will gar nicht mehr leben. Plötzlich entdecken diese aber zusammen eine neue Lebenslust, interessieren sich für Reiz-Unterwäsche und machen auch einen Laden auf. Klar das dies einigen Konservativen nicht gefällt, ein achso sündiges Geschäft das natürlich nicht in das gewünschte ruhige und konservative Dorfbild passt.

Der Film ist in Berndeutsch gesprochen, für auswärtige jedoch untertitelt.

Trailer:

Hier noch die Beschreibung von fernsehen.ch

Seit ihr Mann gestorben ist, hat Martha (Stephanie Glaser) die Lebensfreude verloren. Im Emmentaler Dorf Trub macht man sich Sorgen. Ihre Freundinnen Lisi (Heidi Maria Glössner), Hanni (Monica Gubser) und Frieda (Annemarie Düringer) wollen Martha aufmuntern und schlagen ihr vor, sich einen alten Traum zu erfüllen. Dass die Idee bei Martha solchen Anklang findet, hätten sie nie gedacht. Die 80-jährige Schneiderin eröffnet kurzerhand eine eigene Lingerieboutique. Als das Dorf davon erfährt, ist es vorbei mit der Ruhe. Der Pfarrer von Trub, Marthas Sohn Walter (Hanspeter Müller-Drossaart), hält ihr eine Strafpredigt. Aber die neue Lebenslust hat bereits auf Marthas Freundinnen übergegriffen. Hanni lässt sich von ihrem Sohn Fritz (Manfred Liechti), dem Sektionspräsidenten der konservativen Land- und Leutepartei, nicht länger herumschubsen, Frieda entwickelt neue Aktivitäten im Altersheim, und auch Lisi blüht auf. Als das kantonale Chorfest mit vielen Besuchern im Dorf näher rückt, ist klar: Die sündige Lingerieboutique muss weg. Als im Frühjahr 2003 eine erste Ideenskizze mit der Geschichte einer mutigen alten Dame im Emmental vorlag, hätte niemand gedacht, dass der fertige Film dereinst die ganze Schweiz begeistern würde. Die junge Regisseurin Bettina Oberli hatte sich ihre Grossmutter als Vorbild genommen. Sie war beeindruckt von deren Lebensenergie und wollte sie weitergeben. Die Dreharbeiten im Emmental verliefen chaotisch. Kurz zuvor hatten Hochwasser die Hauptstrasse unterhalb Trub mitgerissen, und so musste der Verkehr über das Dorf umgeleitet werden. Immer wieder wurden die Dreharbeiten im Freien unterbrochen, um den gestauten Verkehr passieren zu lassen. Der grosse Siegeszug des Filmes begann mit seiner Premiere auf der Piazza am Filmfestival in Locarno. Stephanie Glaser erhielt einen Spezial-Leoparden für ihr Lebenswerk, und das Publikum erhob sich nach der Vorführung, um ihr zu applaudieren.

Zu kaufen gibts den Film in der CH in jedem zweiten Filmgeschäft in eurer Region, wenns sein muss aber z.B. auch bei cede.ch