Filmtipp: Vivir la Utopia


Anarchie ist Chaos und wenn wir sie hätten würden wir alle zugrunde gehen!

So oder so ähnlich hören wir’s viel. Ein Missverständniss das vorallem dadurch geprägt wurde, das die Medien die Anarchie mit Chaos gleichgesetzt haben. Auch in Zeitungen ist heute, um z.B. einen chaotischen Kriegszustand zu beschreiben von „Anarchie“ die Rede. Richtig ist; Anarchie ist nicht Chaos, sondern Ordnung ohne Herrschaft. Und mehr noch: Anarchie kann funktionieren.

Reden wir von funktionierendem Anarchismus, so wird einem schnell die spanische Revolution nahe gelegt. In der Zeit um 1936 – 1939 waren viele Gebiete (vorallem Katalonien) selbstorganisiert und herrschaftsfrei – also praktisch anarchistisch organisiert. Geprägt wurde diese zeit vorallem auch durch die anarchistische Gewerkschaft CNT/FAI, in der bis zu 2 Millionen Menschen Mitglieder waren. Bis zum Sturz durch den Faschisten und Hitler-Freund Franco ist es daher natürlich sicher interessant mehr darüber zu erfahren, wie es denn so war. Umso besser wenn dies Zeitzeugen tun. Gesagt getan; das gute ARTE hatt sich den Kämpfenden Anarchisten angenommen, welche über diese Zeit bereitweiliig Auskunft geben. Sie waren alle Anarchisten und hatten verschiedene Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Viele von ihnen leben noch im Exil in Frankreich, Kanada, Mexiko und Venezuela. Sie sind eigens nach Spanien gekommen, um Zeugnis abzulegen. Der Dokumentarfilm gibt einen Überblick über die Geschichte der anarchistischen Bewegung seit dem 19. Jahrhundert, die Gründung der CNT (Confedéración Nacional del Trabajo) und der FAI, die Rolle von Kultur und Erziehung (Modernes Schulwesen), die Vielfalt der Ideen und Aktivitäten im Vorfeld der Zweiten Republik, den Staatsstreich der Militärs, der sowohl einen Krieg als auch eine Revolution (die einzige anarchistische Revolution) auslöste, und insbesondere über die Einrichtung und das Funktionieren der Kollektivbetriebe in den ländlichen und städtischen Gebieten. Er schließt mit der Niederlage des republikanischen Lagers im Jahre 1939, die der Revolution ein Ende bereitete.

Im spanischen Bürgerkrieg nahmen auf der Seite der Anarchistinnen und Anarchisten auch rund 800 Freiwillige aus der Schweiz teil. 180 starben, der Rest wurde von den Schweizer Gerichten hart bestraft. Nach dem Willen des Nationalrats sollen diese nun endlich rehabilitiert werden. Der Filmtipp kommt also genau zur richtigen Zeit.

Wie komm ich zum Film?

Der Film wird regelmässig von AnarchistInnen in der ganzen Schweiz gezeigt. Für alle anderen gibt es den Film als Download oder ihr könnt ihn ihn mehreren Youtube Teilen anschaun:

Klickt hier für den DOWNLOAD

oder einfach die folgenden Teile nacheinander schauen (youtube-Links)

[ Youtube] DIE UTOPIE LEBEN! Vivir la utopía“
klickt dann immer an der Rechten spalte auf den nächsten Teil, z.B. 2/10

Randnotiz: Auch in der Schweiz existiert eine anarchistische Gewerkschaft, was die FAU (Freie Arbeiter Union) wäre. Wer mehr Informationen zu diesen möchte ist mit folgendem Link gut beraten: http://www.faubern.ch.vu

Möchtet ihr weiterführende Infos ausgehend vom Film: Geht auf http://deu.anarchopedia.org/Vivir_la_utop%C3%ADa


1 Antwort auf “Filmtipp: Vivir la Utopia”


  1. 1 Entdinglichung 16. Januar 2009 um 18:10 Uhr

    denke, dass mit den im Text genannten 800 SchweizerInnen nicht nur diejenigen, welche in anarchistischen Milizen kämpften, sondern alle schweizerischen SpanienkämpferInnen, also auch diejenigen (wohl die Mehrheit), die in den internationalen Brigaden oder bei der POUM (wie Clara und Paul Thalmann, sehr lesenswert: Clara und Paul Thalmann: Revolution fuer die Freiheit Stationen eines politischen Kampfes (1987)) waren, gemeint sind … eurer Text ist da ein wenig missverständlich

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.