Archiv für Februar 2008

Syna verrät die Lonza ArbeiterInnen

Die Sachlage ist klar, die Lonza hat den Kollektiv-Arbeitsvertrag (KAV) gekündigt.
Die Gewerkschaften Unia und Syna haben daraufhin Kampfmassnahmen angekündigt.
Die Lonza will die Arbeitszeit der KAV-Angestellten erhöhen. Diese Erhöhung hat die Kostensenkung des Betriebs zum Ziel. Jedoch schreibt die Lonza seit Jahren schwarze Zahlen. Sie erhöht ihren Gewinn von Jahr zu Jahr kontinuierlich. Jetzt soll noch mehr Gewinn auf Kosten der ArbeiterInnen erziehlt werden.

Die Lonza ArbeiterInnen haben auf der Belegschaftsversammlung vom 6. Februar einstimmig eine 10 Punkte Resolution verabschiedet. Die Gewerkschaft Syna hat dabei auch die Erhöhung der Arbeitszeit als nicht tolerierbar erkannt.
Doch 16 Tage später scheint die christliche Gewerkschaft von allen guten Geistern verlassen zu sein. Ohne Absprache mit den eigenen Mitliedern, oder der Betriebskommission hat die Syna, ihrer Tradition gemäss nichts neues, Geheimgespräche mit der Lonza Direktion geführt.
Dies obwohl die Verhandlungen über die Erneuerung des KAVs noch gar nicht begonnen haben.

Doch damit ist der Bock noch nicht abgeschossen, nein Resolutionspunkt Nummer 1. (Gegen die Arbeitszeiterhöhung) ging innert 2 Wochen bei der Syna vergessen. Die Syna offeriert der Lonza nämlich folgende Kniebeuge: „Zur Investition und damit zur Stärkung des Standortes Lonza Visp leisten die KAV-Miterbeiterinnen und Mitarbeiter einen Ausbildungsbeitrag von durchschnittlich 5 Tage pro Jahr.“ (Weitere Punkte siehe in der Montags Click Sonderausgabe)

Spätestens jetzt sollte auch die letzten Angestellten gemerkt haben das mit der Syna keine Arbeitskämpfe ausgefochten, oder gar gewonnen werden können. Die Syna verhandelt lieber ohne Rücksprache mit ihren Mitgliedern. Was für Fortschritte dabei heraus kommen ist einer Gewerkschaft mehr als unwürdig!

Wir rufen die ArbeiterInnen des KAVs dazu auf ihre Mitgliedschaft bei der Syna zu kündigen und zusammen mit der Unia für einen fairen KAV zu kämpfen, denn mit der Syna ist dies ganz klar nicht möglich!

Solidarisiert euch mit den Lonza ArbeiterInnen!

Die Action Autonome ist jetzt auch im Wallis präsent

Folgendes Communiqué haben wir per Mail erhalten:

Zwischen den schneebedeckten Gipfeln im Wallis dauert die soziale Ungleichheit und Intoleranz an. Wir bilden die Zelle Farinet der Action Autonome. Von den Märchenerzählern in den Rang eines Nationalhelden erhoben, erinnern wir an den sozialen Kampf Farinets und werden ihn von dem Makel entfernen, den ihr seiner Erinnerung anheftet.

Durch den Hass auf das Reiche, genährt vom Zorn, sind wir die Feinde der etablierten Ordnung. Wir kämpfen für eine Demokratie von unten, direkt, föderalistisch und selbstverwaltet. Gegen die Ungerechtigkeit der Urnen propagieren wir die soziale Revolution.

Wir werden durch konsequente Eingriffe unsere Therapie gegen den faschistischen Tumor, der das Wallis verpestet, anwenden. Gegen die Teilung der Jugend, angestrebt durch die politischen Parteien und den Staat, antworten wir mit Klassensolidarität ohne Unterscheidung der Herkunft.

Ihr verletzt und zerstört unser Ökosystem. In eurer kriminellen Gesellschaft lesen wir euch die Leviten. Ihr, wie alle Mächtigen, missachtet das Leben selbst. Das bisschen Menschlichkeit, das uns bleibt, wird uns immer dazu bringen Gerechtigkeit zu schaffen. Ja, Farinet, wir werden dich rächen!

«Eine Stadt, mit einem Bischof, eine Regierung, ein Schloss, zwei Schlösser, Türme, sieben oder acht Kirchen, ein Gericht, Richter, ein gefälltes Urteil, Gendarmen und Kerkermeister konnten ihn nicht zurückhalten, all diese Dinge und diese Personen zusammen, während er ganz allein war gegen sie alle. Er war allein, sie vier- oder fünftausend. Aber es ist bloß ihre Rechtsprechung und es ist eine Ungerechtigkeit. Sie, die unten leben, die begrenzt leben, sie leben falsch.» C.F. Ramuz, Farinet oder das falsche Geld

Action Autonome – Zelle Farinet

[1] Farinet (1845-80), der Robin Hood der Alpen, stammt aus einer ärmlichen Familie des frankophonen Aostatals. Er führte das Leben eines vogelfreien Ausbrechers und ließ sich im Wallis nieder. Dort hat er unzählige Falschmünzen an arme Familien verteilt. Von der lokalen Bevölkerung unterstützt, entkam er jedes Mal den Gendarmen. Im Jahre 1880, müde und vom Hunger gequält, in einer Schlucht nahe Saillon in die Enge getrieben, bereiteten seine Häscher seiner Flucht ein Ende. Ein Mythos war geboren.

übersetzt von Autonome Antifa Freiburg

Wir grüssen hiermit unsere Genossen und freuen uns dass sich im Unterwallis was tut!