Archiv für Januar 2008

Aufruf zur erneuten Anti-WEF Demonstration

Bern am 19.1.2008

Folgenden Aufruf haben wir soeben erhalten:

Das Bündnis für globalen Widerstand ruft auf zu einer erneuten
Anti-WEF Demonstration am Samstag, 26. Januar 2008 in Bern. Beginn ist 14.00 Uhr, Waisenhausplatz, Bewilligung eingereicht.

Die Blutspur des Kapitals führt auch dieses Jahr wieder in die Bündner Berge, wo sich Kriegsverbrecher und Wirtschaftskriminelle, beschützt von schweizerischen und deutschen Polizisten und der Armee, die Hand reichen und ihre Geschäfte einfädeln.

Die Demo vom 26. Januar richtet sich aber auch gegen die Staatsgewalt und ihren kontinuierlichen Versuch, den breiten und vielseitigen Widerstand zu kriminalisieren, zu diffamieren und einzuschüchtern. Die zuerst bewilligte und dann verbotene Demo vom letzten Samstag ist ein Beispiel dafür, wie sich die lokalen Behörden mit Hilfe der Medien vom Staatsschutz instrumentalisieren lassen.

Das Bündnis für globalen Widerstand hat den Charakter der Demonstration immer klar und deutlich formuliert: eine kräftige ruhige Demo, radikal im Inhalt, bei der es zu keinen militanten Aktionen kommt. Das wird auch am kommenden Samstag die Form und Charakter der Demonstration sein. Trotz der Ankündigung der Kantonspolizei und dem Gemeinderat, keinen Umzug und keine Manifestation zu dulden (Nulltoleranz), haben am letzten Samstag gegen 1000 Menschen ihre Zivilcourage bewiesen, liessen sich von der militärischen Besetzung der Innenstadt nicht einschüchtern und haben ihr Recht auf freie Meinungsäusserung und Demonstrationsfreiheit erobert. Zweifellos sind aber viele WEF-KritikerInnen zu Hause geblieben, aus Angst vor der staatlichen Repression, wie wir sie in den letzten Jahren immer wieder erfahren mussten (Landquarter Kessel, Fideris, etc.).

Wir fordern die Berner Behörden auf, von der Politik der Angstmacherei und Einschüchterung Abstand zu nehmen und das gestern vom Bündnis für globalen Widerstand eingereichte Demonstrationsgesuch zu bewilligen. Damit wollen wir allen die Möglichkeit geben, ihre Kritik am WEF und der Blutspur des Kapitals öffentlich und kollektiv kund zu tun, insbesondere auch jenen, die am letzten Samstag aus Angst vor einer Konfrontation mit dem Polizeiapparat zu Hause geblieben sind.

Die Demonstration beginnt um 14 Uhr auf dem Waisenhausplatz. Die eingegebene Route führt über die Zeughausgasse, Kornhausplatz. Rathausgasse, Rathausplatz, Kramgasse, Kornhausplatz und Waisenhhausplatz.

Pressegruppe vom Bündnis für globalen Widerstand, 23.1.2008

Über Waffen

Eine Satire über Waffen.

Waffen kosten Menschenleben

Die unkontrollierte Verbreitung und der Missbrauch von Waffen durch Regierungstruppen und bewaffnete Gruppen fordern einen enormen Tribut an Menschenleben:

* durchschnittlich werden jedes Jahr mehr als 500′000 Menschen mit konventionellen Waffen getötet – ein Mensch pro Minute;
* immer wieder werden Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten unter vorgehaltener Waffe vergewaltigt – zum Beispiel 15′700 Frauen in Ruanda und 25′000 Frauen in Kroatien und Bosnien;
* es gibt weltweit über 300′000 KindersoldatInnen, die in mehr als 30 Ländern an bewaffneten Konflikten beteiligt sind. Moderne Kleinwaffen sind kinderleicht zu bedienen;
* nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden in den 90er Jahren über 5 Millionen Menschen durch konventionelle Waffen getötet und weitere 50 Millionen zu Flüchtlingen gemacht.

Millionen von Frauen, Männer und Kinder leben in ständiger Angst vor bewaffneter Gewalt. Von den Gangs in Rio de Janeiro bis zu den Bürgerkriegen und bewaffneten Aufständen in Liberia und Indonesien werden konventionelle Waffen zum Töten verwendet.

Der weltweite Handel, der diese Waffen in die Hände von Mördern spielt, ist ein Riesengeschäft. Und dieses ist völlig ausser Kontrolle geraten:

* auf unserem Planeten sind rund 639 Millionen Kleinwaffen im Umlauf
* jedes Jahr werden 8 Millionen Kleinwaffen produziert – von derzeit mehr als 1000 Firmen in rund 98 Staaten;
* jedes Jahr werden 16 Milliarden Schuss Munition produziert – zwei Patronen für jede Person auf der Erde
* etwa 60 Prozent der Kleinwaffen befinden sich in den Händen von Zivilisten;
* es wird geschätzt, dass 80 Prozent bis 90Prozent aller illegalen Kleinwaffen ursprünglich aus dem staatlich bewilligten Handel stammen.

Damit der Teufelskreis von Waffenhandel, Menschenrechtsverletzungen und Unterentwicklung durchbrochen wird, brauchen wir eine völkerrechtlich verbindliche Konvention zur strikten Kontrolle des Waffenhandels. Dafür setzt sich Amnesty International ein.

von amnesty international