Archiv für März 2007

Spendenaufruf für das CIRA

Folgendes E-Mail haben wir erhalten
Darum, wer zuviel Geld hat, oder nicht weiss wo er seine Einahmen ausgeben will, hier eine mehr als sinnvolle Möglichkeit!

SPENDENAUFRUF FÜR DAS CIRA
Centre international de recherche sur l‘anarchisme, Lausanne

Wer sind wir?
Das CIRA ist eines der Gedächtnisse der anarchistischen Bewegung. Seit fünfzig Jahren sammeln wir die Texte, welche die AnarchistInnen der ganzen Welt schreiben. Wir archivieren diese und stellen sie den Militanten, ForscherInnen und Neugierigen zur Verfügung. Die aktuelle Sammlung ist bedeutend und umfasst fast 20′000 Bücher und Broschüren, Hunderte Zeitschriftentitel (die ältesten von 1848), Filme und persönliche Archive von Militanten (Korrespondenz etc.) — und das in mehr als zwanzig Sprachen!

Woher kommen wir?
Das Abenteuer des CIRA beginnt im Jahre 1957, als Pietro Ferrua, ein italienischer Dienstverweigerer im Genfer Exil, die ersten Archive sammelt: Bücher und Dokumente der Gruppe um „le Réveil“ des Luigi Bertoni. Er gründet in Genf das Internationale Forschungszentrum über den Anarchismus (CIRA). Bis zu seiner Ausweisung im Jahre 1964 arbeitet er mit Marie-Christine Mikhaïlo, welche die Bibliothek zusammen mit ihrer Tochter Marianne Enckell übernimmt. Inzwischen haben sich die Sammlungen vergrössert, die Kontakte vervielfältigt und Generationen von BesucherInnen sind vorbei gekommen.
Seit der Gründung hat sich das CIRA das Ziel gesetzt, als Gedächtnis für unsere Bewegung zu dienen, ohne sich in die Streitereien der grossen Familie des internationalen Anarchismus einzumischen.
Dank der Grosszügigkeit von Marie-Christine, welche einen Teil ihres Hauses zur Verfügung gestellt hatte, befindet sich die Bibliothek seit 17 Jahren in einem wunderschönen, alten, von hundertjährigen Zedern umgebenen Haus in Lausanne.

Was machen wir?
Das CIRA sammelt die Wörter und Bilder der anarchistischen Bewegung, sortiert und katalogisiert sie und gibt allen die Möglichkeit, sie zu lesen und zu sehen. Der Katalog ist online verfügbar und jedes Jahr wird ein Bulletin publiziert. Das CIRA organisiert auch Vorträge und Ausstellungen über den Anarchismus in Lausanne und andernorts (wie z.B. in Venedig 1984). Bibliographien und andere Forschungsinstrumente werden erstellt, um den Zugang zu unserer Geschichte zu erleichtern.

Wie funktioniert das CIRA?
Es sind die AnarchistInnen der ganzen Welt, die das CIRA ermöglichen — durch die Bücher, Zeitschriften, Plakate, Filme etc. die sie uns senden, und durch die jährlichen Mitgliederbeiträge der LeserInnen. Einige GenossInnen helfen auch mit Gaben. Seit dem Anfang lebt das CIRA von der politischen, sozialen und kulturellen Vielfalt der anarchistischen Bewegung, und vor allem von der Notwendigkeit, die Worte jener weiterzugeben, die für eine freie Welt gekämpft haben.

Die aktuelle Situation:
Das Haus, in welchem sich das CIRA befindet, gehörte Marie-Christine Mikhaïlo, die vor zwei Jahren verstorben ist. Jetzt muss das Grundstück den anderen Erben abgekauft werden, damit wir bleiben können. Das heisst, wir müssen mindestens 150′000 Franken sammeln, damit neben dem Hausteil auch das Grundstück Eigentum des CIRA wird. Sonst müssen wir hier weg und die Kontinuität unserer Arbeit ist in Gefahr, weil es schwierig ist, ein bezahlbares Lokal für eine anarchistische Bibliothek zu finden, in welchem wir mehr machen können als den wachsenden Staubschichten zuzuschauen.

Was brauchen wir?
Wir wenden uns an alle Kollektive, Gruppen, Organisationen, Kooperativen etc. der weltweiten anarchistischen Bewegung, ihren Beitrag zur Erhaltung eines wichtigen Teils ihres Gedächtnisses zu leisten. Wir brauchen, was die AnarchistInnen immer am Besten konnten: Aktion! Und dass alle die unerschöpfliche Ressource jener Leute mobilisieren, welche die Welt verändern wollen: Die Fantasie. Wir zählen auf die Vervielfältigung der Initiativen überall, wo es möglich ist, etwas Geld zusammenzuklauben.

Was ihr für das CIRA machen könnt:
Alles mögliche! Eine VoKü (unten das berühmte Rezept des CIRA für ,Penne alla Bakunin‘), Soli-Partys, Konzerte, Veranstaltungen, Vorträge, Flohmärkte oder klassische Spendensammlungen — und vor allem diesen Aufruf in euren Zusammenhängen, Gruppen und Freundeskreisen kursieren lassen.
Falls ihr einen Ort habt und etwas organisieren wollt, lasst es uns wissen. Wenn ihr jemanden braucht, der/die das CIRA vorstellen kann, ebenfalls. Wir können euch auch Informations- und Ausstellungsmaterial sowie Filme über das CIRA und die Geschichte des Anarchismus zur Verfügung stellen. Falls ihr Musik, Theater oder andere Künste macht und Lust habt dem CIRA etwas Zeit zu widmen, aber nicht wisst wo und mit wem, meldet euch und wir setzen euch mit anderen GenossInnen in Verbindung.
Das Ziel ist nicht nur Geld zu sammeln, sondern auch das Kontaktnetz um das CIRA zu verstärken und lebendiger zu machen.

Selbstverständlich sind auch individuelle und kollektive Spenden willkommen!
Für die Schweiz: Postkonto PC 12-17750-1
Ausserhalb der Schweiz: Nehmt mit uns Kontakt auf und wir geben euch Adressen an, die uns ermöglichen unnötige Post- und Bankspesen zu vermeiden.

CIRA, Beaumont 24, CH-1012 Lausanne
(+41) (0)21 652 48 19 – www.anarca-bolo.ch/cira – cira@plusloin.org

Rezept für ,Penne alla Bakunin‘ (für 10 Personen)
1.5 kg libertäre Pasta
1 kg Tomatensauce oder Pelati Malatesta
2 grosse Zwiebeln für Kapitalistentränen
Kaltgepresstes antiklerikales Olivenöl
2 Bonnot-Peperoncini
anaRahm (so viel wie nötig)
No-global Parmesan (gerieben)
1 kleines Glas Wodka Mackhnovich
Und wie immer: Salz und Pfeffer!

Die feingehackten Zwiebeln und Peperoncini im Olivenöl gut andünsten. Die Tomaten zugeben, salzen und pfeffern und ca. eine halbe Stunde köcheln lassen. Gelegentlich aufrühren. Rahm und Wodka kurz vor der Revolution zugeben. Pasta in gesalzenem Wasser (mehr als 5 Liter) ,al dente‘ kochen (nicht mehr als 10 Minuten), abtropfen und mit der Sauce mischen. Parmesan mit Freiheit zugeben. Mit gutem schwarz/rotem Wein geniessen!

Buchtipp: Der Robin Hood von San Fernando

Der Robin Hood von San Fernando geschrieben von Christian Alarcón
Verlag: Rotpunktverlag
ISBN: 978-3-85869-325-9 Preis: 34 Sfr.

Der chilenische Autor Alarcón hat sich für dieses Buch auf eine lange und teils mühsame Recherche begeben. Sein Ziel war es ein Buch über den, am 6. Februar 1999 ermordeten „Banditen“ Victor Manual Vital „El Frente“ zu schreiben. Ausführlich berichtet der Autor wie er an die Informationen über „El Frentes“ Leben gekommen ist. So wurde er, wie jeder Fremde, in „El Frentes“ Viertel zu erst mit Misstrauen bedacht. Je länger er jedoch im Viertel war, umso mehr öffneten sich die Menschen ihm gegenüber. So kommen zahlreichen „pibes chorros“ (so werden die klauenden Kinder genannt) ins Gespräch. So auch mit den beiden mit welchen „El Frente“ seine meisten Überfälle begangen hat. „El Frente“ war kein gewöhnlicher Dieb eines Slums in Buenos Aires, nein in seinem Viertel war und ist er immer noch eine Legende. Was aber unterscheidet ihn von den zahlreichen gewöhnlichen Banditen die sich in den Vierteln: San Francisco, 25 de Mayo und La Esperanza umhertreiben? Die Bewohner, unteranderem ehemalige Gangster, bezeichnen „El Frente“ an einer der sich noch an den Ehrenkodex hielt. Was ihn aber in den 3 Vierteln zu einer Legende machen liess war, das „El Frente“ seine Beute mit den Bewohnern teilte. Eindrücklich beschrieben ist z.B. der Klau eines Milchwagens welcher den Bewohnern des Viertels für einige Woche Milch und Yoghurts lieferte. „El Frente“ behielt die Beute nie allein für sich, ebenso raubte er nie Bewohner seiner Viertel aus, daher wurde er zur Legende.

Das Buch bietet einen spannenden Einblick in den Alltag der Argentinischen „Slums“. In diesem Alltag spielen Kriminalität und Gewalt eine grosse Rolle. Doch hindert dies die Menschen nicht daran, vorwärt zu blicken und auf eine bessere Zukunft zu hoffen.

Wie immer: Unterstütz, falls Möglich, eure kleinen Geschäfte in der Region! Hier ein Tipp für Brig