Archiv für Februar 2007

Mehr Lohn! Unia erzielt Lohnerhöhung für Bauarbeiter von 100 Fr. im Wallis.

Auf eine effektive Lohnerhöhung haben sich Gewerkschaften und Baumeistervbände im Wallis geeinigt: 100 Fr mehr Lohn für Bauarbeiter! Mit Walliser Raclette besuchten Vertreter der Gewerkschaft Unia Bundesrätin Doris Leuthart, mit der Botschaft: was im Wallis möglich ist, ist auch schweizerisch möglich! Vorraus gegangen waren gescheiterte Verhandlungen für eine generelle,schweizerische Lohnerhöhung


220 Fr. mehr- das ist nur gerecht

Die Schweizer Wirtschaft boomt, wer das als erstes zu spüren bekommt ist bekanntlicherweise nicht der Arbeiter.
Nein, freuen können sich vorallem Arbeitgeber. Das dies nicht so bleibt dafür kämpft die Gewerkschaft Unia und forderte: „220 Fr mehr – und für die Frauen mehr!“. Mehrere Demonstrationen mit bis zu 25′000 teilnehmenden unterstützten die Forderung und auch sonst war der Kampf für mehr Lohn schweizerisch gesehen immer wieder, in den medien wie auch in der Politik, thematisiert worden.
Grundlage für die Forderung sind die stagnierenden Löhne – Stellt man der Lohnentwicklung die Produktivitätssteigerungen im Baugewerbe entgegen, zeigt sich deutlich: Die Forderung nach einer nahmhaften Lohnerhöung ist nach dem Boomjahr 2006 mehr als gerechtfertigt. So hat das Bundesamt für Statistik eben erst bekannt gegeben, dass die Baugesuche im Wohnungsbau für nächstes Jahr erneut um 9% angestiegen sind.
In den letzten Verhandlungen zwischen der Unia und den Vetretern des Baumeisterverbandes konnte man sich allerdings nicht auf eine generelle Lohnerhöhung einigen. Der Baumeisterverband bot eine Lohnerhöhung von 60 Franken an, was die Gewerkschaft an einer Delegiertenversammlung jedoch ablehnte, und damit auch eine gringschätzung der harten arbeit sah. Die Unia setzte zwar auf Kompromissbereitschaft,stiess aber jedoch auf eine sture haltung des Baumeisterverbandes .

Lohnerhöhung im Wallis als Vorzeigebeispiel?!

Im Wallis waren die Baumeisterverbände bereit über ihren Schatten zu springen. Zwar wurden die geforderten 220 Franken auch hier abgelehnt, konnte sich aber auf 100 Franken einigen; das entspricht einer Erhöhung von bis zu 2,4 Prozent je nach Alter und Lohnkategorie. Mit einer Portion Walliser Raclette hat die Unia Bundesrätin Doris Leuthart anlässlich der Eröffnung der Swissbau Messe in Baselauf die drohende „Verwilderung in der Baubranche“ aufmerksam gemacht.“Leuthard gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich die Sozialpartner auf eine Lösung einigen könnten.“ schreibt die Unia in einer Medienmitteilung.

weiterführende Informationen:
Gewerkschaft Unia

Filmtipp: La Haine

La haine ist ein französisches Filmdrama aus dem Jahre 1995. Der Film, der das trostlose Leben in den Banlieues Frankreichs schildert, ist in Schwarz-Weiß gedreht. Er zeigt 24 Stunden im Leben der drei jugendlichen Protagonisten, deren Welt von Hip-Hop, Gewalt, Drogen und Auseinandersetzungen mit der Polizei beherrscht wird.

Vor genau zehn Jahren kam der Film «Hass» in die Kinos. Die Geschichte von Unruhen in den Pariser Vorstädten und Gewalt auf allen Seiten sorgte für heftige Diskussionen. Seitdem scheint sich wenig geändert zu haben.

«Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock eines Hochhauses fällt. Und während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: Bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut. Doch wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung.»
Der französische Regisseur Mathieu Kassovitz lässt die Zuschauer zu Beginn seines Films «Hass» allein mit einer schwarzen Leinwand und diesen Worten. An deren Ende steht ein Bild der Welt vom All aus gesehen, das von einem Molotow-Cocktail getroffen in Flammen aufgeht.

Es ist ein drastisches Bild, das das Publikum 1995, als der Film in die Kinos kam, irritierte. Doch offenbar waren dieses Bild und die dazugehörige Geschichte über drei Jugendliche aus der Pariser Banlieue noch nicht drastisch genug. Denn auch ein Jahrzehnt später gleichen sich die Geschehnisse. Nur sind sie in diesen Tagen Realität.

Ein guter Grund, sich «Hass» noch einmal anzusehen, um zu verstehen, wo die Schlachten mit der Polizei und die brennenden Autos herkommen, an denen die verschärften Gesetze kaum etwas ändern werden.

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