Archiv für Januar 2007

Endlich: Erdogan E. ist in Freiheit!

Lange dauerte der Kampf für seine Freilassung. Gestern um 14:00 Uhr wurde der Erdogan E entlassen.

Vor fast einem Jahr wurde der politische Flüchtling verhaftet. Aufgrund eines Auslieferungsgesuches wurde Erdogan am 21.2.2006 in Biel-Benken verhaftet. Das Erdogan nicht dem Türkischen zum Frass vorgeworfen wurde, ist kein Geschenk des Schweizer Staats. Vielmehr hat die starke Solidaritätsbewegung zu seiner Freilassung beigetragen. Unter dem Motto: “ Drinnen und Draussen ein Kampf“, kämpften Erdogan E. und Marco Camenisch mit den Aktivistinnen und Aktivisten gegen die Auslieferung. Doch noch viele weitere Missstände wurden von den beiden Gefangen und den Aktivistinnen und Aktivisten angeprangert. So wurde schlussendlich der Staat als eigentliches Übel wieder enttarnt. Doch dieser gab durch das Bundesgericht am Dienstag nach.
Schon zwei Tage nach Erdogans Verhaftung wurde um Unterstützung gebeten.
Die Schweizer Behörden unterschätzten die starke Solidaritäts-Bewegung wohl zu sehr. Erdogan erlebte, nach den ersten Protestaktionen, eine „Tour de Suisse“ der besonderen Art. Er wurde von Gefängnis zu Gefängnis verlegt (Arlesheim, Liestahl, Bern, Thun, Moutier, Frauenfeld). Durch die Verlegungen sollte der Protest vermindert werden. Doch egal wo, überall waren Unterstützerinnen und Unterstützer vor Ort. Die Repression der Polizei (wie in Frauenfeld) verbuchten aber nicht den erhofften Erfolg. Auch im Parlament wurden zwei Interpellationen (1 und 2) eingereicht.

Die Aktivistinnen und Aktivisten können einen „Sieg“ verbuchen. Doch gilt es immer noch viel mehr zu erkämpfen. So sitzt Marco Camenisch noch immer und der „Sieg“ hat einen faden Beigeschmack.

Detaillierte und Chronologische Infos zu den Ereignissen auf Indymedia 1 , 2 und Bündnis gegen Ausschaffungen und Auslieferungen in die Türkei Die ersten öffentlichen Worte in der Freiheit 30.1.07 um 18 Uhr. (auf 15 Min. 10 Sek. spulen)

// Ältere Info Wallis Berichte:

- Demonstration für die Freilassung Erdogans E. in Basel
- Solidaritäts Wochenende für Erdogan E
- Solidarisiert euch mit den Gefangen Erdogan E und Marco Camenisch
- Freiheit für Erdogan E und Marco Camenisch
- Freiheit fürErdogan E.

Anti-WEF Actions in Basel und Davos

Vorab die ersten Infos. Am Dienstag wird es einen ausführlichen Bericht über die Ereignisse in und um Davos geben.
Dazwischen könnt ihr Indymedia Schweiz checken für infos

Folgendes Mail haben wir soeben erhalten:


Das Anti-WEF-Bündnis Basel zieht eine positive Bilanz der Demonstration gegen
das WEF in Basel. An der Demonstration nahmen gemäss unseren Einschätzungen
ungefähr 2000 Personen teil, sicherlich weit mehr als die von der SDA
geschätzten 1000. Die Demonstration ging durch die Innenstadt und hielt an
diversen Plätzen, an denen Reden gehalten wurden. Bei der Heuwaage wurde
Erdogan Elmas‘ Freilassung gefordert. Diese Forderung wurde mit einem an
einer Brücke aufgehängten Transparent „Die Schweiz beliefert Folterknechte.
Free Erdogan“ unterstrichen. Beim Aeschenplatz wurden die antisozialen
Auswirkungen der spätkapitalistischen Misere angeprangert. Beim Bankenplatz
waren die imperialistischen Kriege im Irak und in Afghanistan Thema, und es
wurde diesen positive Entwicklungen in Südamerika (Venezuela, Kuba, der
Widerstand in Oaxaca) entgegengestellt. Beim Barfüsserplatz vor der Adecco
wurde deren Geschäft mit prekär Beschäftigten kritisiert, sowie die generelle
Verschärfung auf den Arbeitsmärkten. Ausserdem standen auf dem Barfüsserplatz
als Kapitalisten verkleidete DemonstrantInnen, die das „Lob der Ausbeutung
und des Arbeitsfriedens“ sangen, wofür sie von den DemonstrantInnen
beschimpft wurden. Beim Marktplatz hielten SchülerInnen eine Rede gegen den
Bildungsabbau.
Generell war das Thema der Demo, dass am WEF die falschen Fragen gestellt
werden und sich die DemonstrantInnen eine Welt jenseits kapitalistischer
Ausbeutung wünschen. In diversen Parolen und Sprechgesängen wurde auf die
Situation des faktisch abgeschaften Asylrechts verwiesen und ein Bleiberecht
für alle Flüchtlinge gefordert.
Die grosse Demonstration ist ein eindrücklicher Ausdruck der Unzufriedenheit
mit den bestehenden Verhältnissen und der Entschlossenheit sich für eine
Veränderung derselben einzusetzen. Solidarische Grüsse sandte die
Demonstration nach Davos, damit die dortigen DemonstrantInnen dem WEF Sand
ins Getriebe streuen. Allfälligen Hetzkampagnen gegen Sprayereien möchten wir
entgegenhalten, dass das WEF jährlich 8 Millionen Franken Sicherheitskosten
verursacht, die die Allgemeinheit zu tragen hat.

Die Kampagen gegen die Kapitalistentreffen geht weiter: Nächste Stationen sind
die Sicherheitskonferenz in München und der G8-Gipfel in Heiligendamm.

Kapitalismus überwinden!
Für die soziale Revolution!

Anti-WEF-Bündnis Basel:

Antifa Bern, BFS, Dance Out WEF, DHKC, Foederation antikapitalistische Linke,
Grüne Partei Bern-Demokratische Alternative GPB-DA, Infoladen Kasama, Kultur-
und Naturoase Paradisli, Liste 13, MLKP, Neue PdA, PdA Schweiz, Partito della
Rifondazione comunista (Circolo di Basilea), Revolutionärer Aufbau Schweiz,
SoAl (Sozialistische Alternative/Solidarität), Theologische Bewegung für
Befreiung und Solidarität.