Archiv für November 2006

Nordirland: Ultimatum abgelaufen!

Wie zu erwarten ist das Ultimatum für eine Regierungsbildung in Nordirland verstrichen. Die Parteien konnten sich nicht einigen. Hauptursache war, wie so meist, der protestantische Pfarrer Ian Paisley. Er will erst mit Sinn Fein eine Regierung bilden wenn diese den Nordirischen Staat als Rechtstaat vollkommen anerkennt. Sinn Fein macht sich momentan aber schon in den Republikanischen und Nationalistischen Communities ziemlich unbeliebt. Die vollkommene Annerkennung der Polizei wird ihren Wählern nicht leicht zu erklären sein. Doch Sinn Fein wartet im Moment noch auf mehr Zusagen, bevor an einem ausserordentlichen Parteitag über die Polizei frage abgestimmt wird. Falls diese aber anerkannt werden würde könnte dies für Sinn Fein einen erheblichen Wählerverlust zur Folge haben. Ein grosser Teil der katholischen Bevölkerung hat immer noch einen grossen Hass auf die Nordirische Polizei, eine Anerkennung käme für viele einem Verrat gleich.

Am Freitag kamen die Parlamentarier aber mit dem Schrecken davon. Michael Stone hat sich wieder mal gemeldet. Wenn er dies tut dann immer ohne Rücksicht auf Verluste. Stone hat 1988 ein friedliches IRA-Begräbnis mit Granaten angegriffen. Er tötete dabei drei Menschen die sich am Trauerumzug beteiligt hatten. Auf Grund des Karfreitagsabkommens wurde Stone im Jahre 2000 freigelassen.
Am Freitag drang Stone in das Nordirische Parlamentsgebäude ein, warf einen Rucksack in den Eingang und sprayte Parolen gegen Sinn Fein und die IRA an die Fassade. Im Rucksack befanden sich amateurhaft zusammen gebaute Sprengsätze die jedoch nicht zündeten. Stone wurde rasch festgenommen und er erklärte sein Ziel sei es gewesen Gerry Adams und Martin McGuinness (beide Parteileader von Sinn Fein) zu töten.
Die protestantische Paramilitär Organisation UDA (Ulster Defence Association) hat sich von dem Vorfall distanziert und Stone selber sagte aus er habe alles allein geplant und ausgeführt.
Stone wird auf jeden Fall ziemlich lange Hinter Gitter wandern und mit seinen 51 Jahren könnte dies seine letzte Aktion in Freiheit gewesen sein. Zu hoffen ist dies auf jeden Fall.

Artikel in Englisch

Paris: Strassenschlachten zwischen Feuerwehr und Polizei

Pflastersteine,Signalraketen,Notsignale, Steine und vieles mehr flog diesen Dienstag der Polizei in Paris,Frankreich entgegen. Nein wir sind nicht im Banliueu, und nein es sind diesmal auch nicht die ausgebeuteten Jugendlichen die sich hier bis spät die die Nacht Strassenschlachten lieferten.
In Paris demonstrierte rund 6000 Feuerwehrmänner und -Frauen für die Herabsetzung des Rentenalters auf 55. 15 Polizeibeamte wurden verletzt, 300 Feuerwehrleute wurden festgenommen

In Paris demonstrierten gestern rund 6000-10′000Berufs-Feuerwehrleute und Personnen aufgrund des hohen Arbeitsrisikos für die Herabsetzung des Rentenalters auf 55 und folgten damit dem Aufruf der Gewerkschaften SNSPP-CFTC, CGT, FO und der unabhängigen Föderation.
Nachdem sich der Demonstrationszug in Richtung Stadtzentrum bewegte griffen Polizisten mit Schlagstöcken die Demonstranten an. Die Reaktion liess nicht lange auf sich warten. Hunderte Feuerwehrmänner und -Frauen setzten ihre Helme auf, sammelten Steine und warfen diese zusammen mit Notsignalraketen, Knallpetarden und Fackeln der Polizei entgegen. Bald einmal brannten die ersten Barrikaden,mitunter auch ein Polizeiauto was die Polizei veranlasste die Demo mit Gasgranaten zu attackieren.

Bis am späten Abend lieferten sich die Feuerwehrleute und-Frauen mit der Polizei z.T heftigeste Strassenschlachten. Den Demonstrierenden Feuerwehrleuten gelang es um 18 Uhr trotz starkem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas die Ringautobahn mit rund 30 Personnen zu blockieren.

15 Polizisten wurden verletzt,2 davon soll es sogar schwer erwischt haben – 300 Feuerwehr-Leute wurden festgenommen. Anscheinend soll es nicht die erste Demonstration von Feuerwehrleuten in Paris mit gewalttätigen Ausschreitungen gewesen sein.

weiterführende Informationen:
Le monde.fr – Video über Demonstration
Bilderstrecke 20min.ch