Filmtipp: Des Wahnsinns letzter Schrei

BRD 2005. Deutsche Unternehmen schreiben Rekordgewinne. Es wird so viel Geld verdient wie noch nie. Gleichzeitig gibt es immer mehr Arbeitslose, die immer stärker unter Druck gesetzt werden. Sie werden per Gesetz gezwungen unterhalb der Armutsgrenze zu leben und fuer 1,50 Euro Arbeitsgelegenheiten wahrzunehmen. ‚Des Wahnsinns letzter Schrei‘ versucht zu erklären, wie diese Phänomene nebeneinander bestehen können. – Ein Film ueber die Arbeitsmarktreform und über die ideologische Neuausrichtung im Land, in Zeiten, da die Verteilung des produzierten Reichtums neu verhandelt wird.

Kapital und Arbeit

Menschen, die geld haben das sie investieren können, investieren es da, wo die höchste rendite anfällt. deshalb befinden sich alle unternehmen in einem wettlauf um die besten renditen zu erzielen. im rahmen dieses wettlaufs wird rationalisiert: löhne werden gesenkt, die arbeit wird verdichtet, menschen werden entlassen etc. jene, die die renditen einstreichen, kommen so zu immer mehr geld, während alle anderen, auch die öffentlichen hände, immer weniger zur verfügung haben.

Es geht nicht mehr so

Seit den 50er Jahren ist die Produktivität ständig gestiegen und die Arbeitszeit ständig gesunken. Daher ist das Missverständnis entstanden das könne ewig so weiter gehen. – Was aber nicht stimmt. Es geht nicht mehr so. – Franz Müntefering. Der einfache Zusammenhang zwischen höherer Produktivität und kürzerer Arbeitszeit gilt nicht mehr.

Die Kassen sind leer

seit dem 01.01.2005 gilt: menschen, die länger als 12 bzw. 18 monate arbeitslos sind, erhalten das sog. arbeitslosengeld 2. sie müssen aus ihren wohnungen ausziehen wenn diese eine bestimmte grösse überschreiten. sie erhalten nur noch 345 bzw 331 euro im monat zuzüglich wohnkosten. sie können zu gemeinnützigen arbeiten herangezogen werden, die mit ca. 1 euro pro stunde vergütet werden. sie müssen jeden ihnen angebotenen job antreten, kutz: von menschen, die eine versicherungsleistung in anspruch nehmen, für die sie selbst bezahlt haben, werden sie zu sozialhilfeempfängerInnen degradiert.

Arbeiten für 1. Euro

strasseninterview: „na, reformiert werden muss, es muss was gemacht werden. … auf jeden fall sollen diejenigen, die keine lust zum arbeiten haben, die sollen ruhig getroffen werden. und wenn sie dann eben für 1 Euro die stunde die radwege und parkanlagen in ordnung halten. (…) das ist auf jeden fall richtig, weil Deutschland, äh Berlin soll wieder eine der saubersten städte werden.“

zu bestellen bei: http://kanalb.de/edition.php?clipId=75 für ca. 15 Franken (ohne versand- und Zollkosten)Achtung: Du kannst den Film auch bevor du ihn kaufst angucken, und das könnt ihr hier: http://kanalb.org/video.php?clipId=75&Viam=Edition


6 Antworten auf “Filmtipp: Des Wahnsinns letzter Schrei”


  1. 1 Armut 13. März 2007 um 16:36 Uhr

    Da sieht man doch, das irgendetwas mit der deutschen Politik nicht stimmt, oder? Auch eine Studie der UNESCO zeigt, das Deutschland im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld liegt. Traurig…

  2. 2 Arbeitslos 22. Juni 2007 um 14:34 Uhr

    Da sieht man wieder einmal was passiert, wenn das Kapital nur in wenigen Händen zentriert ist. So etwas hatten wir in der Geschichte schon des öfteren und haben es noch viel zu oft.
    Da hat man schon ganz schön Wut im Bauch, wenn man arbeitslos ist…. wie ich.

  3. 3 Yogalehrer 11. Juli 2007 um 7:11 Uhr

    Ein Film, der unter die Haut geht – und Wahheiten ans Tageslicht bringt, sowohl offen als auch subtil. Es gibt viel zu wenig solcher Werke – und dennoch, lernen tun die Menschen nicht daraus, wenigstens die meisten nicht.

  4. 4 Yoga Fan 28. September 2007 um 21:27 Uhr

    Guter Film mit wichtigem Inhalt.Wann werdet Ihr sehen das man Geld nicht essen kann?

  5. 5 starborn 07. Dezember 2007 um 17:37 Uhr

    Ja, irgendwas stimmt nicht mit der Politik, sie richtet sich, gesteuert durch Lobbyisten oft nach den Interessen der Wohlhabenden und der Wirtschaft..trotzdem ein Film der unter die Haut geht.Mann sollte ab einem bestimmten Alter seine Weiterbildung selbst in die Hand nehmen, sonst geht man langfristig evtl.echt leer aus.

  1. 1 Ersatzkonzept zum Ein-Euro-Job Pingback am 15. Februar 2007 um 23:50 Uhr

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