Archiv für Juni 2006

Filmtipp: Die fetten jahre sind vorbei

Dass die Güter dieser Welt ungerecht verteilt sind, ist allen klar, wie das zu ändern ist, hingegen nicht so ganz. Die Freunde Jan (Daniel Brühl) und Peter (Stipe Erceg) haben ihren eigenen Weg gefunden: Nachts brechen sie in Villen ein, nicht um zu klauen, sondern um das Mobiliar auf den Kopf zu stellen. Ihre hinterlassenen Botschaften lauten: „Die fetten Jahre sind vorbei“ oder „Sie haben zu viel Geld“ – unterzeichnet mit „Die Erziehungsberechtigten“. Jule (Julia Jentsch), die eigentlich mit Peter liiert ist, und Jan (Daniel Brühl) verlieben sich ineinander. Im Überschwang der Gefühle steigen sie zu zweit in eine Villa ein und werden dabei vom Besitzer (Burghart Klaußner) überrascht. Dafür haben die selbsternannten Erziehungsberechtigten keinen Plan – und unversehens werden sie zu Entführern wider Willen…

Jan (Daniel Brühl), sein Freund Peter (Stipe Erceg) und dessen Freundin Jule (Julia Jentsch) sind drei junge, idealistische Rebellen, die sich dazu entschlossen haben, aktiv gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt vorzugehen und dabei ganz eigene Erziehungsmethoden anzuwenden: Sie brechen in Villen von Reichen ein, verrücken dort Möbel und erinnern durch diesen Affront daran, dass sich Vermögende ihrer Sache – der Anhäufung von Luxusgütern auf Kosten anderer Menschen – zukünftig nicht mehr sicher sein können. Mit gewaltfreier, aber wirkungsvoller Erzeugung von Angst inklusive der Botschaft vom „Ende der fetten Jahre“ sollen gesellschaftliche Prozesse in Gang gesetzt werden, die nicht mehr zu stoppen sind. Als die Freunde aber bei einem der Einbrüche von einem Millionär (Burghart Klaußner) ertappt werden, eskaliert die Situation: es kommt zu einer unfreiwilligen Entführung – doch was soll nun mit dem Bonzen geschehen?

Mit Die fetten Jahre sind vorbei ist Nachwuchsregisseur Hans Weingartner (Das weisse Rauschen) einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre gelungen, der völlig zu Recht im Hauptwettbewerb beim Festival von Cannes lief. Bei kleinem Budget gedreht und mit viel Raum für die Improvisationstalente der Darsteller bestückt glänzen ganz besonders die herausragenden Dialoge, die auch ein Stück persönliche Geschichte von Weingartner bedeuten. Denn er hatte im wirklichen Leben jahrelang selbst (erfolglos) versucht, Teil einer politischen Bewegung zu werden, die Sinn für ihn machte.

Es sind die sich gegenüberstehenden Welten und Anschauungen, die in diesem nachdenklich machenden Film faszinieren, weil sie beide gleichermaßen von Wahrheit und Notwendigkeiten berichten. Zwei Seiten, deren Vorzüge und Nachteile man als Zuschauer Stück für Stück kennerlernt und irgendwann feststellt, wie sich beide gegenseitig bedingen. Der gesetzte, etablierte, reiche Alt-68er versus eine desillusioniere kämpferische, aber idealistische Jugend, die nicht mehr weiß, wofür sie kämpfen soll: ein spannende intellektuelle Auseinandersetzung entsteht, die zum Glück nicht in Schwafeleien und Klischees abgleitet. Dass eine Annäherung beider Seiten durch die Entführung bei einhergehender Entfernung vom Alltag schließlich doch eine Illusion bleiben muss, erscheint logisch und glaubwürdig: in unausgesprochener Übereinkunft wissen alle Parteien, dass sich die Welt nicht lange ändern lässt und kurzfristige Revolutionen nicht möglich sind – auch wenn die besten Ideen überleben sollten.

TV-Spielfilm meint: „Spannend, mit intelligentem Witz und einem klasse Ensemble“

„Eine ehrliche und originelle Geschichte… großartig gespielt“
- El Pais

zu bestellen bei: Cede.ch >> http://www.cede.ch/de/film-dvd/frames/frameset.cfm?aobj=10084815
für nur fast 18 Franken.

Zermatt: Polizei verteidigt Wilkürr



Weil er frühmorgens laut lachte und es für die Zermatter Polizei wohl selbstverständlich ist das er dann auch betrunken ist, erhält ein Jugendlicher über 600 Franken Busse …und die Polizei versuchts auch noch zu verteidigen. Wir analysieren den Zeitungsartikel der RegionalZeitung

Da man mehr auf die Reaktionen und Stellunganhmen der Polizei eingehen möchte fassen wir die Geschichte hier nur kurz zusammen. Den Zeitungsartikel könnt ihr hier lesen
Etienne Spillmnn kommt aus Ottwil (Kanton Zürich) und war mit ein paar Freunden in Zermatt. Morgens um fünf Uhr wurde er von Securtitas angehalten und wurde nach seinen Personal-Angaben gefragt. Er gab sie an und dachte sich nichts weiter dabei. Zuhause erhält er ein paar tage später eine Rechnung von 600 Franken, wegen Trunkenheit(der Polizei liebster Artikel) und Nachtruhestörung( der Polizei 2.liebster Artikel).
Da er selbst keinen Alkohol trinke legte er Einsprache ein. Nach zwei weiteren Mahnungen lud man ihr nach Zermatt zum Polizeigericht. (Es dürfte nicht verwundern das sie auch noch mit allfälligen 200 Franken Gerichtskosten gedroht haben …falls er verlieren würde) dazu wären noch die Reise nach Zermatt gekommen. Er übernahm „zähneknirschend“ die Rechnung und schlatete offenmbar die Regionalzeitung RZ ein.

Ein Auszug aus dem Interview der RZ(die Zitate stammen von der Polizei – die darunterstehenden Kommentare von uns)

„Ich persönlich bin auch der Meinung das 600 Fanken für einen Lehrling überrissen sind“

..ja für einen Lehrling. Ja man müsste eben Speziallpreise haben, die wären dann gleich neben dem Kaviar-Preis nee?!

„Zudem schätzen unsere Gäste das Gesetz, weil dadurch die Nachtruhe garantiert ist“

Was heisst eigentlich „garantiert“? Wenn das Gesetz die Nachtruhe garantieren würde dann gäbs ja die Busse nicht oder?

„Wir werden das Gespräch suchen und die Busse reduzieren“

Auf einmal wird die Busse reduziert? Warum den? Noch bevor man überhaupt darüber geredet hat wird die Busse reduziert? Wieso dann das Gespräch bzw. wieso dann noch drüber reden wenn sie eh reduziert wird?

Ein mehr als fragwürdiges Verhalten…

Fest steht das AgentInnen einer Sicherheitsfirma grundsätzlich kein Recht auf die Erteilung einer Busse haben, dies obligt einzig und allein der Polizei. Die Busse ist also ein Fall für den Papierkorb. AgentInnen einer Sicherheitsfirma dürfen dich in der Schweiz festhalten, müssen dann aber die Polizei rufen (sofern eine Straftat begangen worden ist). weitere Infos über deine rechte erhälst du über Antirep oder klicke direkt hier um Deine Rechte anzuschauen bezüglich Polizeikontrollen etc.