Archiv für März 2006

Heraus zum 7. Antifaschistischen Abendspaziergang

Es ist wieder soweit! Am 1.April organisiert das Bündis gegen Rechts den 7.Antifaschistischen Abendspaziergang.
Darum wird demonstriert:

1.Überheblichkeit

Weil noch immer Menschen über andere herrschen. Weltweit glauben Menschen, ihre Herkunft, ihre Hautfarbe, ihr Geschlecht oder ihre gesellschaftliche Stellung berechtige sie dazu, andere zu unterdrücken.

2. Gier

Weil es viele gibt, die (zu) wenig haben, und wenige, die alles haben. Denn dank dem Kapitalismus können sich die Habgierigen bereichern, während alle anderen ausgebeutet werden.

3. Neid

Weil die heutige Gesellschaft auf Konkurrenz aufbaut und nicht auf Solidarität. Weil nur zählt, wer (mehr) besitzt. Und weil hier selbst Liebe und Lust zum Eigentum gemacht werden.

4. Hass

Weil rechtsextreme und religiöse Gruppen Hass auf alles schüren, was nicht ihren Wahnvorstellungen entspricht. Diskriminierung und Rassenhass bis hin zu Mord und Krieg sind die Folge davon.

5. Hunger

Weil auch im 21. Jahrhundert noch Hunderttausende (ver)hungern und (ver)dursten, während andere mehr haben, als sie essen können.

6. Homophobie

Weil noch immer Menschen auf Grund ihrer sexuellen Ausrichtung herabgesetzt, ausgegrenzt oder gar verfolgt werden.

7. Trägheit

Weil, obwohl uns allen diese Missstände bekannt sind, kaum jemand bereit ist, etwas dagegen zu tun.

Übrigens wird es an der Demonstration einen antifaschistischen Skinhead Block geben. Infos dazu findet ihr auf http://www.skinhead-walk.ch.vu

Und jetzt der grösste Lacher: Ein paar verrükte aus der „Dark-wave“ rufen auf zur Gegendemo auf! Was sich sonst nicht mal die Nazi-Szene traut hat sich nun Sasha Popovic getraut und ruft alle zum Widerstand gegen den Spaziergang. Ein Indymedia Kommentar könnte es nicht treffender sagen:

… Ist doch lächerlich. Nicht mal Nazis werden so blöd sein sich am 1.4.2006 nach Bern zu trauen.

Die Flyer dieses Kittiyclubs…Unglaublich schlecht. Sowas von „Nullgestaltung“…man kann im ganzen Buchstabengewirr weder einen Aufruf noch irgend eine Meinung auf anhieb enziffern. Ist einwenig wie ein Wimmelbild. Man braucht mind. 10. Minuten um die wirkliche Forderung zu erkennen.

Und die Erklärung auf der Homepage zum „demokratiefeindlichen roten Faschismus“ ist an Satire kaum mehr zu überbieten. Mädchen, wenn Du hier mitliest…BILDUNG!!! Und deine Pseudodemokratie welche Du hier in der Schwiitz anbetest…hahahahaha

Also alles in allem, würde es mich interessieren wie lange sie an ihrem Rachefeldzug gebrütet hat…mehr als 5min dürftens ja wohl nicht gewesen sein. Erbärmlich.

Ich danke diesen „Dunklen Mächten“ für ihren satirischen Beitrag zum Abendspaziergang. Hab seeeehr gelacht. Und viel Spass weiterhin beim krassen Kampf gegen die bösen, bösen Antifas…diese roten Faschisten…

Doch nicht nur diese hetzen. Die Organisatoren schickten in Al Qaida-manir eine Videobotschaft zu den Bullen und medien. Grund genug für teleblöd mit Randale Bildern die gar nicht vom Abendspaziergang stammen Angst unter der Bevölkerungzu schüren. hier der link zum Video und hier (nach unten zum Kommentar scrollen) das Statement der Organisatoren.

Wir rufen alle dazu auf, sich nicht von der negativen Berichterstattung verängstigen zu lassen und am 1. April in Bern gemeinsam für eine gerechte Welt ohne Faschismus zu spazieren.

so sieht’s aus! hey ho let’s go! :-)

Der Zug des Lebens


Inhalt

Ein kleines jüdisches Schtetl, irgendwo im Osten Europas, 1941. Schlomo, der Dorfnarr, überbringt schlimme Nachrichten: Die deutschen Truppen rücken vor, jüdische Dörfer werden eliminiert, ihre Bewohner getötet oder verschleppt. Nach am selben Abend ruft der Rabbi den Rat der Weisen ein, und ausgerechnet Schlomo hat die rettende Idee!

Um der drohenden Deportation durch die Nazi-Truppen zuvorzukommen, beschließen die Dorfbewohner, sich selbst zu deportieren und so vor den Deutschen über Russland bis nach Palästina zu fliehen. Stück für Stück wird ein maroder Güterzug zusammengekauft, Vorräte werden angelegt, einigen der Dorfbewohner wird eine Nazi-Uniform geschneidert und akzentfreies Deutsch beigebracht.

Eines Nachts beginnt der „Zug des Lebens“ mit allen Dorfbewohnern seine Irrfahrt in das gelobte Land – Eretz Israel. Unter der allgegenwärtigen Angst, von den echten Deutschen entdeckt zu werden, beginnen die Fliehenden sich zunehmend in ihren Rollenspielen zu verlieren: Die falschen Uniformträger nehmen sich plötzlich sehr wichtig, in der neu gegründeten kommunistischen Gruppe an Bord regt sich heftiger Widerstand gegen diese „bourgeoisen Faschisten“.

So rollt der Zug weiter, verfolgt nicht nur von den Deutschen, sondern auch von Partisanen, die ihn sprengen wollen. Mit Mut und Witz meistern die Zug-Insassen die heikelsten Situationen, bis sie sich schließlich der Frontlinie nähern. Besteht eine Aussicht, diese letzte Grenze zu passieren? Sitzen sie wirklich im „Zug des Lebens“?

Darsteller & Stab

Darsteller: Lionel Abelanski (Schlomo), Rufus (Mordechai), Clément Harari (Rabbi), Michel Muller (Yossi), Bruno Abraham-Kremer (Yankele), Agathe de la Fontaine (Esther), Johan Leysen (Schmecht), Marie-José Nat (Sura), Gad Elmaleh (Manzatou), Serge Kribus (Schtroul), Rodica Sanda Tutuianu (Golda)

Stab: • Regie: Radu Mihaileanu • Produzenten: Frédérique Dumas, Marc Baschet, Cédomir Kolar, Ludi Boeken, Eric Dussart für Tiberius Film • Drehbuch: Radu Mihaileanu • Vorlage: – • Filmmusik: Goran Bregovic • Kamera: Yorgos Arvanitis, Laurent Dailland • Spezialeffekte: – • Ausstattung: Christi Niculescu • Schnitt: Monique Rysselinck • Kostüme: Viorica Petrovici • Make Up: Irène Ottavis • Ton: Pierre Excoffier • Ton(effekt)schnitt: Eric de Vos • Stunts: – •

Filmkritiken

film-dienst 2000-06: Eine bittere Komödie vor dem Hintergrund der Shoa, die das Tragische im Komischen spürbar werden lässt und dem typisch jiddischen Humor ein Denkmal setzt. Zwar hätten manche Charaktere der Vertiefung bedurft, insgesamt aber ist der Film eine überdenkenswerte Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust, der trotz aller erzählerischen Leichtigkeit das Leben als Albtraum schildert.

Cinema 2000-03: Klar, diese Holocaust-Komödie startet lange nach Das Leben ist schön und Jakob der Lügner bei uns in den Kinos. Aber das Lachen gegen den Horror wirkte selten so befreiend wie hier.

Neues Deutschland: Zug des Lebens schöpft aus souveräner Geistesgegenwart, überlegenem Dialog-Witz. Eine Parabel auf den Wahnsinn der Geschichte einerseits und über Tod und Barbarei triumphierenden Witz andererseits.

Sächsische Zeitung: Regisseur Radu Mihaileanu gelingt schon wie Roberto Benigni das Unfassbare – eine Komödie über den Holocaust, die voller kultureller Vielfalt und Lebensmut steckt.

Abendzeitung München: Ein Plädoyer für jüdische Kultur und mehr Humanität. Der Zug des Lebens bricht für einen Moment die Hoffnungslosigkeit, feiert das Leben.

TV Today 2000-07: So witzig wie bewegend. Eine märchenhafte (und mehrfach preisgekrönte) Groteske über den Humor als Waffe gegen das Grauen.

zu bestellen bei CEDE.ch >> http://www.cede.ch/de/film-dvd/frames/frameset.cfm?aobj=10063641

für nur 16 Stutz !

info wallis Bemerkung:

absolut sehenswert. sehr gute qualität und auch die satire kommt nicht zu kurz. ziehts euch rein!